Die aktuelle Sommerausgabe der WIENERIN widmet sich unter anderem dem Thema „Self-Date Summer“ – also der Idee, Dinge bewusst auch alleine zu unternehmen.
Denn oft haben wir gelernt, Erlebnisse nur dann als „vollständig“ zu sehen, wenn wir sie mit anderen teilen: ins Café gehen, reisen, essen, ins Kino oder auf Veranstaltungen. Alleinsein wird dagegen schnell mit Einsamkeit verwechselt – obwohl das nicht dasselbe ist.
„Alleinsein kann etwas ungemein Positives und bewusst Gewähltes sein – ein geschützter Raum für Erholung, Ruhe oder die so wichtige Selbstreflexion.“
— Fiona Bourlos-May, Projektmitarbeiterin bei der Plattform gegen Einsamkeit
Warum fällt es vielen Menschen trotzdem schwer, Dinge alleine zu unternehmen? Einerseits, weil öffentliche Orte gesellschaftlich oft mit Gemeinschaft und sozialem Austausch verbunden werden. Andererseits spielt auch die Angst mit hinein, an „gesellschaftlichem Wert“ zu verlieren oder von anderen bewertet zu werden. Dazu kommt: Viele Menschen sind ständige Ablenkung gewohnt – und empfinden es als unangenehm, plötzlich nur mit sich selbst zu sein.
Dabei kann genau darin etwas sehr Wertvolles liegen.
Alleine rauszugehen bedeutet nicht automatisch, einsam zu sein. Es kann auch bedeuten, sich selbst ernst zu nehmen. Sich nicht davon abhängig zu machen, ob jemand Zeit hat. Das eigene Leben nicht aufzuschieben.
„Denn Selbstvertrauen entsteht nicht dadurch, dass sich jeder Moment leicht anfühlt, sondern dadurch, dass wir erleben: Ich kann mir etwas zutrauen. Ich kann mir selbst Gesellschaft leisten. Und ich muss mein Leben nicht verschieben, nur weil gerade niemand mitkommt.“
— Laura Altenhofer, Redakteurin WIENERIN
Vielleicht ist dieser Sommer eine Gelegenheit, einfach mal etwas auszuprobieren. Ohne Druck. Ohne Erwartungen. Nur für dich
Und wenn man dabei merkt, dass man sich doch Gesellschaft wünscht, ist auch das völlig okay. Alleinsein und Verbundenheit schließen einander nicht aus.
Danke an die WIENERIN, dass ihr dieses Thema so wichtig und differenziert sichtbar macht.
